Case Management

Was ist Case Management?

Case Management (CM) ist seit einigen Jahren im Sozial- und Gesundheitswesen ein häufig gehörter Begriff. Das CM kann unterschiedliche Ausrichtungen und Arbeitsweisen beinhalten. Das psychi-atrische Case Management wurde Mitte der 70er Jahre in den USA und später in europäischen Ländern eingesetzt. Hinter-grund war die Entwicklung der psychia-trischen Versorgung weg von Grosskliniken hin zu kleineren, dezentralen Einrichtungen.

 

Unterstützung, Behandlung und Versorgung aus einer Hand
CM ist eine Methode und Funktion aus der Disziplin der sozialen Arbeit und basiert hauptsächlich auf der Erfahrung und Anwendung im angloamerikanischen Raum: Durch eine spezielle Verfahrensweise erhält der Klient  Unterstützung, Behandlung und Versorgung aus einer Hand. Das CM gewährleistet dem Klienten eine durchgängige, fallverantwortliche Beziehungs- und Koordinationsarbeit, Klärungshilfe, Beratung sowie den Zugang zu den notwendigen Dienstleistungen. Ein CM ist vor allem bei Fällen mit längerem Krankheitsverlauf und einer komplexen Problematik mit hohem Koordinationsbedarf im Helfernetz angezeigt.

Im Zentrum steht dabei  immer der Klient mit seinen Zielen und Plänen, Herausforderungen und Ressourcen. Ziel ist - immer  in Zusammenarbeit mit dem Helfernetz - eine einheitliche, zielwirksame Unterstützung herzustellen. Zum Verfahren gehören Kommunikation, Kooperation, Koordinierung und Vernetzung.

Case Management = Kontaktaufnahme --> Einschätzung --> Vereinbarung --> Hilfeplan --> Ausführung --> Kontrolle --> Auswertung --> Beendigung.

Es zeigte sich aus internen Studien der ipw, dass Menschen mit schweren oder chronisch verlaufenden psychischen Erkrankungen flexible, individuelle und vernetzte Programme und fachkompetente Unterstützung benötigen. So erhalten sie einerseits die nötigen Hilfestellungen und andererseits kann der Fragmentierung resp. Doppelspurigkeiten in der Behandlungskette entgegengewirkt werden.

Ein gemeinsamer Prozess der Helfer
Durch die Methode des CM ist es möglich, komplexe soziale und gesundheitliche Probleme umfassend zu betrachten. Es fördert die integrative Perspektive auf die Versorgung, indem es die unterschiedlichen professionellen und nicht-professionellen Akteure/Helfer in einen gemeinsamen Prozess einbindet. Dieser Prozess ist problemlösend, ressourcen- und ergebnisorientiert. Psychiatrisches Case Management leistet vor allem auch eine konsequente professionelle Beziehungsarbeit gegenüber psychisch schwer und chronisch erkrankten Menschen, welche die soziale und mitmenschliche Sicherheit verlieren und ein intensives tragendes Helfernetz für ihre gesundheitliche und soziale Stabilisierung in ihrem Lebensumfeld benötigen.

Leitlinien des Case Managements

Dies sind die Leitlinien des psychiatrischen Case Managements bei der ipw:

  • Personenzentrierte, individuelle Betreuungsplanung unter Einbezug des Klienten und seines sozialen Umfeldes.
  • Beziehungskontinuität über alle Settings hinweg (z.B. bei Klinikaufenthalten bleibt der Case Manager Bezugsperson und „fallführend“.)
  • Koordination der Einzelleistungen zu einem Gesamt-Leistungsprogramm.
  • Laufende Anpassung der benötigten Hilfen nach Art, Umfang und Dauer.
  • Ressourcenorientierung und Stärkung des Selbsthilfepotentials.
  •  „Eigene Zeit“ und die „eigenen“ Wege des Klienten respektieren.
  • Wahlmöglichkeiten schaffen, im Sinne von Empowerment („Selbstbefähigung“).

Die Zusammenarbeit mit dem CM ist freiwillig und selbstverständlich unterliegen alle unsere Mitarbeiter der Schweigepflicht.

Zielgruppe

Für wen ist das Psychiatrische Case Management?

Das Case Management der ipw richtet sich an psychisch beeinträchtigte Menschen im Erwachsenenalter ...

  • mit einer hohen Inanspruchnahme von Leistungen des Gesundheits- und Sozialwesens.
  • mit Problemen in mehreren Lebensbereichen (unbefriedigende soziale Kontakte, drohende Isolation, Überforderung in der persönlichen Administration, prekäre Wohnsituation, fehlende Beschäftigung etc.).
  • mit fehlender oder unklarer Koordination im Helfernetz.

Voraussetzungen zur Aufnahme ins Psychiatrische Case Management sind:

  •  Wohnsitz in den Psychiatrieregionen Winterthur oder Zürcher Unterland
  • Alter zwischen 18 und ca. 63 Jahren
  • Psychiatrische Diagnose

Case Management-Team

Unser Team besteht aktuell aus sechs hoch qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den Disziplinen Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Psychiatriepflege, teilweise mit Abschluss Case Management CAS an den Fachhochschulen für soziale Arbeit in der Schweiz.

Wir machen Hausbesuche, Begleiten unsere Klienten zu anderen Leistungserbringern und bleiben auch in Krisen die Ansprechpartner für Klient und Umfeld.

Die Mitarbeitenden im CM-Team der ipw:

Ben Tanner
ben.tanner@ipw.zh.ch
052 224 37 84

Brigitte Wismer Steinemann
brigitte.wismer@ipw.zh.ch
052 224 37 81 

Olivia Zurbuchen
olivia.zurbuchen@ipw.zh.ch
052 224 37 85

 

 

 

Weitere Infos erhalten Sie im "Flyer Case Management" und dem Blatt zur „Vorbereitung zum Erstgespräch“.