Früherkennung und Frühintervention bei Persönlichkeitsstörungen

Foto: Niklaus Spörri

Persönlichkeitsstörungen sind tiefver-wurzelte und anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigen und mit persönlichem Leiden und gestörten sozialen Funktions- und Leistungsfähigkeiten einhergehen. Auch Jugendliche und junge Erwachsenen können an einer Persönlichkeitsstörung leiden. Eine frühzeitige Diagnostik und altersgerechte Therapie kann Abhilfe schaffen. Gemeinsam mit den Betroffenen beurteilen wir in der Früherkennungssprechstunde, ob eine Persönlichkeitsstörung vorliegt und schlagen mögliche Behandlungen vor.

Patientinnen und Patienten mit einer Persönlichkeitsstörung weisen deutliche Abweichungen im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und in der Beziehung zu anderen Menschen auf. Generell sind Persönlichkeitsstörungen gut behandelbar und es gibt eine Reihe von Behandlungs-methoden, deren Wirksamkeit nachgewiesen ist.

Lange Zeit war es umstritten, ob Persönlichkeitsstörungen bereits in der Jugend und insbesondere vor dem 18. Lebensjahr diagnostizierbar sind. Viele Untersuchungen haben in den letzten Jahren gezeigt, dass zentrale Aspekte des Störungsbilds mit dem Jugendalter und jungen Erwachsenenalter in einer Kontinuität stehen. Sie sind bereits seit der mittleren Kindheit relativ stabil. Um eine Chronifizierung zu verhindern, sind Persönlichkeitsstörungen möglichst früh zu diagnostizieren und zu behandeln. Um betroffene Jugendliche und junge Erwachsene sowie ihre Angehörigen bestmöglich zu begleiten, tauscht sich die Integrierte Psychiatrie Winterthur – Zürcher Unterland zu inhaltlichen und wissenschaftlichen Fragen kontinuierlich mit den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel aus.