Persönlichkeitsstörungen bereits im Jugendalter behandeln

21.11.2018 - Medienmitteilung

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Lange Zeit vermied man, Persönlichkeitsstörungen auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu diagnostizieren. Dabei treten erste Symptome bereits in dieser frühen Lebensphase auf. Bleiben sie unbehandelt, droht eine Chronifizierung mit weitreichenden Folgen wie zum Beispiel Schulabbruch oder Arbeitsplatzverlust. Zur frühzeitigen Abklärung und Behandlung bietet die Integrierte Psychiatrie Winterthur – Zürcher Unterland neu eine Sprechstunde für Persönlichkeitsstörungen für Jugendliche und junge Erwachsene an.

Während vielen Jahren war es üblich, Persönlichkeitsstörungen erst nach dem 18. Lebensjahr zu diagnostizieren. Dies deshalb, weil die Entwicklung der Persönlichkeit noch nicht abgeschlossen sei und man eine frühzeitige Stigmatisierung verhindern wollte. Persönlichkeitsstörungen sind bereits im Jugendalter verlässlich erfassbar und zentrale Aspekte des Störungsbildes wie Symptome, Häufigkeit und Behandelbarkeit sind im Jugend- oder Erwachsenenalter kaum zu unterscheiden. Persönlichkeitsstörungen lassen sich somit bereits bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen frühzeitig erkennen und behandeln. Als erste psychiatrische Klinik im Kanton Zürich bietet die Integrierte Psychiatrie Winterthur – Zürcher Unterland (ipw) unter der Leitung von Dr. med. Stephan Kupferschmid, Chefarzt Psychiatrie für Jugendliche und junge Erwachsene, nun eine Sprechstunde zur Früherkennung von Persönlichkeitsstörungen an. Das Angebot richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 25 Jahren, bei denen erste Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung vorliegen. Die Anmeldung erfolgt durch eine Fachperson. 

Grosser Leidensdruck
Verhalten sich Jugendliche und junge Erwachsene auffällig, wird dies von ihrem Umfeld häufig als normale Entwicklung in der Pubertät interpretiert. Extreme Verhaltensmuster und Einstellungen können ihre Ursache aber auch in einer Persönlichkeitsstörung haben. Betroffene haben wenig Kontrolle über ihre Gefühle und Impulse, ihr Selbstvertrauen ist gering und sie reagieren starr auf unterschiedliche Lebenslagen. Das Verhalten geht häufig einher mit depressiver Verstimmung, veränderter Wahrnehmung, Schlaf- und Antriebsstörungen, Konzentrationsstörungen und Angstzuständen. Die Leistungsfähigkeit ist beeinträchtigt mit entsprechenden negativen Konsequenzen in der Schule oder am Arbeitsplatz.  

Früherkennungssprechstunde als Orientierung und Hilfe
"Mit der Früherkennungssprechstunde für Persönlichkeitsstörungen bieten wir Betroffenen und ihren Angehörigen Orientierung und Hilfe", erläutert Prof. Dr. Urs Hepp, Ärztlicher Direktor der ipw. Das neue Angebot umfasst rund vier bis fünf ambulante Termine: Nach einer Standortbestimmung folgt eine umfassende test-diagnostische Abklärung, welche auch aktuelle Beschwerden, die Vorgeschichte und Risikofaktoren einbezieht. Die Ergebnisse werden im interdisziplinären Team besprochen und verschiedene Therapiemöglichkeiten evaluiert. Gemeinsam mit den Betroffen und den Angehörigen werden das weitere Vorgehen und mögliche Entlastungsmassnahmen besprochen.

Integrierte Psychiatrie Winterthur – Zürcher Unterland

Die Integrierte Psychiatrie Winterthur – Zürcher Unterland (ipw) sorgt für die psychiatrische Versorgung der Regionen Winterthur und Zürcher Unterland mit ungefähr 460'000 Einwohnerinnen und Einwohnern. An insgesamt 15 Standorten betreibt sie verschiedene gemeindenahe ambulante, tagesklinische und stationäre Behandlungsangebote und deckt alle psychiatrischen Krankheitsbilder vom Jugendlichen bis ins hohe Alter ab. Mit mehr als 860 Mitarbeitenden ist die ipw eine der grössten Arbeitgeberinnen in den Regionen Winterthur und Zürcher Unterland. Sie engagiert sich mit circa 130 Ausbildungsverhältnissen stark in der Nachwuchsförderung.

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